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20 Tipps um mit dem Minimalismus anzufangen

20 Tipps um mit dem Minimalismus anzufangen

«Mehr ist mehr» – das ist oft das, womit wir unseren eigenen Wert definieren. Ein durchschnittlicher Amerikanischer Haushalt besitzt rund 300’000 Gegenstände. Aber macht das glücklich? Wohl oft ganz im Gegenteil. Immer den neusten, besten oder einfach dem was ich noch nicht habe hinterher zu jagen bedeutet Stress, die Ursache aller Zivilisationskrankheiten. Der Minimalismus versucht dem Gegensteuer zu bieten.

Minimalismus ist kein fix fertiges Konzept. Du musst dich selber auch nicht als Minimalist bezeichnen, kannst aber aus dieser Bewegung sicherlich etwas mitnehmen. Ja, viele Menschen hören nicht mehr damit auf, wenn sie erst einmal angefangen haben, ihr Leben zu entrümpeln und bewusster zu leben. Das Gefühl ist einfach befreiend. Es entwickelt sich für viele zum Lebensstil. 

Der Anfang zu einem einfacheren Leben ist nicht schwer

Aber wo fängst du an? Ich würde dir raten: nicht alles auf einmal – sonst wird es kompliziert. Hier einige Ideen, wo du mit einem minimalistischen Leben beginnen kannst. Und dann auch gleich weitermachen, wenn es dich gepackt hat.

1. Fass die erste Stunde deines Tages dein Handy nicht an.

Ja, vielleicht ist es besser, wenn du die einen altmodischen Wecker kaufst. Wenn du das Handy als Wecker nutzt, ist das erste was du nach dem Aufwachen siehst, deine ungelesenen Malis, die 14 Nachrichten aus einer Gruppe und den Terminkalender des Tages. Lass deinen Kopf erst einmal aufwachen, sich sammeln und sortieren, bevor du ihn mi all dem belastest.

2. Nimm dir Zeit für das, was du gerade tust

Multitasking funktioniert einfach nicht – egal was du sagst. Konzentriere dich auf etwas, und sei es nur auf deinen Kaffee. Geniesse die Momente, im hier und jetzt. Und der Verzicht auf Multitasking hilft gleich noch, dass die Sachen die du auch machst sauber und korrekt erledigt sind – und du gibst allem etwas mehr Bedeutung.

3. Iss ohne Ablenkung

Nimm dir Zeit für Geschmäcke, Gerüche und das Aussehen deines Essens. Positiver Nebeneffekt: das Hungergefühl ist schneller gestillt und du nimmst weniger Kalorien zu dir.

4. Geh zu Fuss

Lass dein Auto stehen, oder steig eine Station früher aus der Bahn, der Tram oder dem Bus aus und geh den Rest zu Fuss. Zu Fuss gehen kostet nichts, du hast Zeit für dich und deine Gedanken und tust dir gleich noch etwas Gutes dabei.

5. Stehe früher auf

Deine Morgenroutine bestimmt, wie sich dein Tag anfühlt. Jetzt wo du dir für alles mehr Zeit nimmst, solltest du vielleiht 10-15 Minuten früher aufstehen, um den Tag nicht schon mit Stress zu starten.

6. Bitte keine Werbung

Würde das jeder machen, könnten wahnsinnig viele Ressourcen gespart werden. Du musst weniger Altpapier entsorgen, kaufst weniger unnötige Produkte (weil du nicht auf grosse Sale-Werbung anspringst, wenn du sie nicht siehst) und es liegt weniger Post die du sowieso nie liest auf deinem Tisch.

7. Melde dich von allen Newslettern ab

Sie lenken dich ab, verführen dich dazu, Dinge zu kaufen die du gar nicht brauchst. Sie füllen deinen Posteingang und verschwenden deine Zeit und unterbrechen den Flow. Bestelle sie ab. Alle. Wenn du nach einigen Tagen oder Wochen den einen Newsletter wirklich vermisst, melde dich wieder an. Ich denke aber nicht, dass das der Fall ist.

8. Sortiere Hefte und Zeitschriften aus

Alles was du in den nächsten zwei Wochen nicht liest, kommt weg – das wäre mein Vorschlag. Vielleicht suchst du dir sogar nur die Artikel raus, die du wirklich lesen willst. Für die nimm dir dann aber auch Zeit. 

Minimalismus_Deko

9. Deko ade

Sind wir ehrlich. Welchen Nutzen bringen Dekorationen deinem Leben? Mehr Aufwand zum staubwischen? Und wenn glaubst, dass deine Wohnung ohne Deko weniger toll ist, schau dir mal all die Designer-Häuser an – da steht kaum Deko. Oder google wie die Wohnungen von Minimalisten aussehen. Toll, sage ich dir! Und wenn doch Deko: weniger ist mehr!

10. Räume deinen Badezimmerschrak auf

Wie viele Duschgels, Seifen und Cremes brauchst du wirklich? Hinterfrage mal alles, was dort so rumsteht. Brauchst du das? Oder fängt es einfach nur Staub?

11. Räume deinen Desktop auf

Spare Zeit und hör auf zu suchen. Mach endlich Ordnung auf deinem Desktop, ja dem ganzen PC. Suche dir ein System. Nicht nur wirst du schneller fündig, nein, auch dein PC läuft schneller, wenn du Ordnung schaffst und das löschst, was du seit Jahren nicht geöffnet hast. 

Minimalismus_Arbeitsplatz

12. Meditiere täglich

Fang mit 5 Minuten an. Ja, Meditation klingt esoterisch auf den ersten Blick. Und ja, die ersten Versuche sind vielleicht nicht ganz so entspannend, wie man denken könnte. Du lernst, unwichtige und störende Gedanken besser kontrollieren zu können und bewusster damit umzugehen. Meditation ist Krafttraining für den Kopf. Für den Anfang eignen sich Apps wie Headspace oder Calm hervorragend. Probiere es.

13. Sag nein zu Sachen die dir nichts bringen

Bringt mich das weiter, macht mich das glücklich. Diese beiden Fragen solltest du dir bei allem stellen, was nicht wirklich verpflichtend ist. Weil Steuern zahlen bringt mich nicht weiter und macht mich nicht glücklich, muss aber sein. Aber das Treffen mit der alten Schulfreundin, der x-te Besuch bei den Schwiegereltern diesen Monat… Macht dich das glücklich? Wenn nicht, sag nein.

14. Schränke deine Bildschirmzeit ein

Wir verbringen fast alle mehrere Stunden pro Tag an unserem Handy. Wie viel davon ist produktiv oder macht glücklich? Viel schlimmer, oft macht es unglücklich. Beispielsweise durch die Angst, etwas zu verpassen (FOMO). Definiere Zeitfenster, in denen dein Handy gesperrt bleibt – dafür gibt es Apps oder teilweise unterstützt dich sogar das Telefon selber dabei. All die Zeit, die du nun hast, toll!

15. Was du nach 2 Monaten nicht angefasst hast, kommt weg

Tipp: Pack all deine Sachen in Umzugkartons. (Das klappt am besten, wenn du sowieso gleich umziehst. Du kannst das aber auch einfach so machen). Nimm nur aus den Kartons, was du auch brauchst – die Sachen können dann nach Gebrauch bei dir «einziehen». Alles was nach zwei Monaten noch in den Kartons ist, kommt weg. Spende es, verkaufe es, wie auch immer.

16. Koche selber. Mit frischen Zutaten

Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich. Es ist günstiger. Es ist gesünder, da du weniger künstliche oder raffinierte Zusätze zu dir nimmst. Du weisst was du isst. Es schmeckt so, wie du es willst. Die Portion hat die richtige Grösse. Du kannst vorkochen und morgen gleich noch etwas mit zur Arbeit nehmen. Und Kochen ha etwas entspannendes und Beruhigendes, nimm dir die Zeit.

17. Bau dein eigenes Essen an

Um an den letzten Punkt anzuknüpfen, kannst du dein Essen oder deine Gewürze selber anbauen. Hast du einen Balkon? Tomaten, Gurken, Chili, da wächst alles Mögliche. Du hast keinen? Pflanze zumindest deine Kräuter und Sprossen selber, das wächst hervorragend auch in der Küche. Ohne Pestizide, ohne Abfall, von Hand geerntet.

18. Trink Leitungswasser

Weniger Verpackung, weniger Abfall, kein Schleppen, kein Zucker, keine künstlichen Süssstoffe, jederzeit verfügbar, preislich unschlagbar und lecker. Zur Abwechslung gib etwas Ingwer oder Minze, Zitrone oder Orange in die Wasserflasche. Es gibt keinen Grund, in Plastik gelagertes Wasser oder noch schlimmer, teure und ungesunde Süssgetränke nach Hause zu tragen.

19. Setze dir selber eine No-Buy-Challenge

Verpflichte dich für eine gewisse Zeit (z.B. einen Monat lang) nichts neues zu kaufen. Klar, Essen und Dinge des täglichen Gebrauchs sind in Ordnung. Aber keine Kleider, Bücher, Spiele, kein online Shopping, etc.) Das kann dazu führen, dass du merkst, dass das was du schon hast eigentlich mehr als nur reicht. Und du lernst, neue und vielleicht bessere Wege zu gehen. Für Bücher gibt es Bücherschränke, vieles was man nur ein oder zwei Mal braucht kann man auch ausleihen.

20. Kaufe nicht auf Vorrat

Das unterscheidet den Minimalisten vom Frugalisten. Dieser würde ich wohl seine «Standardprodukte» dann einkaufen, wenn sie im Angebot sind, um Geld zu sparen. Welcher Weg für dich der richtige ist, musst du entscheiden.

Bereit mit dem Minimalismus zu beginnen?

Und, wo fängst du an? Schreib es in die Kommentarspalte, ich freue mich. 

Dieser Betrag kommt ganz ohne Affiliate-Links aus – und Bloggen ist nur ein Hobby, das aber leider nicht gratis ist. Wenn du meine Arbeit aber schätzt, würde ich mich über einen Kaffee sehr freuen:

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Wie Sport dich erfolgreicher macht

Wie Sport dich erfolgreicher macht

Warum machen so viele erfolgreiche Menschen Sport? Klar, der Ausgleich zur Arbeit, könnte man sagen. Aber daneben lernt einem der Sport so viel, was man im Leben anwenden kann. Im Beruf, im Privaten, in Beziehungen oder Freundschaften. 

Kann man Erfolg lernen? 

Ich würde sagen: Ja. Ein Mittel dazu, zeige ich dir hier. Sport hat unglaublich viele Effekte. Du lebst länger und gesünder, fühlst dich fitter. Er verbessert deine Haltung und damit die Art, wie andere Menschen dich wahrnehmen. Es räumt deinen Kopf auf. Und er lehrt dich Lektionen fürs Leben: 

Erfolg kommt durch Beständigkeit

Niemand gewinnt ein Rennen, nur weil er per Zufall ein guter Läufer ist. Erfolg kommt durch harte, beständige Arbeit. Es sind die Stunden im Schwimmbad, in denen du die Kacheln am Beckenboden zählst, die kalten und nassen Tage im Wald, all die Stunden die niemand sieht. Bleib dran, sonst fällst du zurück. Das heisst nicht, dass du das ganze Leben dasselbe machen musst. Aber wenn du in einem Gebiet etwas erreichen willst, bedingt dass Arbeit. Lerne, lies, bleib dran, sonst wird das nichts.

Plane. Sonst bleibt dein Ziel ein Traum

Um im Sport etwas zu erreichen brauchst du einen Plan, einen Trainingsplan. Und genau so ist es im Leben. Willst du wirklich etwas erreichen, braucht es dafür Meilensteine und Strategien. Planlos etwas erreichen ist eher unrealistisch. So hat jedes erfolgreiche Unternehmen eine Strategie, die auch regelmässig überprüft wird. Daraus werden Ziele abgeleitet, heruntergebrochen und ihre Umsetzung regelmässig überprüft. Frage dich regelmässig, wo du hin willst. Überlege, wie du da hin kommst, was es dazu braucht, schreibe es auf und zieh es durch.

Arbeite an den Grundlagen

Ein guter Läufer trainiert vielleicht 5% oder weniger in seinem Wettkampftempo. Kein Gewichtheber hebt in seinem Training immer sein Maximalgewicht. Nein, das macht er nur im Wettkampf. Einen Grossteil seines Trainings verbringt er im sogenannten Grundlagenbereich. Das gilt überall: verbringe mehr Zeit damit, die Grundlagen zu festigen.

Fang klein an.

Wenn du einen Marathon laufen willst, wirst du nicht am ersten Tag einfach so 42 Kilometer rennen können. Beginne mit 500 Meter. Dann mit einem Kilometer. Dann fünf. Fange klein an und skaliere dann langsam, dafür beständig nach oben.

Lerne Demut

Sport führt dir immer wieder vor Augen, wo deine Grenzen sind. Bewegst du dich über diese Grenzen hinaus, wirst du Schmerzen haben, nicht mehr weiterkommen, dich verletzen oder ausbrennen. Willst da wachsen, musst du die Grenzen langsam verschieben. Willst du sie zu schnell verschieben, fällst du zurück. Alles ist möglich, aber nicht passiert von heute auf morgen.

Erholung ist wichtig

Mindestens so wichtig wie die Leistung, ist die Zeit dazwischen. Wenn du denkst, immer auf dem gleichen Level Leistung bringen zu können, wirst du keine Fortschritte machen. Das gilt sowohl kurzfristig, mit regelmässigen trainingsfreien Tagen – wie auch langfristig, mit längeren Phasen mit reduzierten Umfängen. Geniesse deine Freizeit, mach auch mal Urlaub. Da kommen die besten Ideen, und du hast danach wieder den Elan weiter zu machen.

Übernimm Verantwortung

Du bist für deinen Erfolg verantwortlich. Klar, du kannst dir Unterstützung holen, Tipps, einen Trainer. Aber arbeiten, trainieren und gewinnen musst du selbst. Das hat aber auch einen entscheidenden Vorteil: wenn du Erfolg hast, dann ist es dein Erfolg. Den kann man dir nicht wegnehmen. DU hast es selbst in der Hand. Nicht nur im Sport, sondern überall im Leben. Die Opferrolle, die Ansicht, dass die Welt dich aufhält, dass bringt dich nicht weiter.

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Und jetzt, lauf los!

Oder hebe Gewichte. Boxe. Nicht zu schnell, nicht zu weit, nicht zu hart. Stück für Stück. Dafür konstant. Aber mach dir diese Gedanken dabei einmal. Du wirst schnell feststellen, dass diese Lektionen stimmen. Und Sport auch noch viele weitere Vorzüge bietet. Mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Sport ordnet die Gedanken, wirkt ausgleichend und weißt dich gleichzeitig auch einmal in die Schranken, ohne dass die Konsequenzen existenziell sind – eine tolle Plattform um zu wachsen. 

Hast du dir diese Gedanken schon einmal gemacht? 

Elf Bücher, die dich (und mich) weiterbringen

Elf Bücher, die dich (und mich) weiterbringen

Erfolgreiche Menschen lesen Bücher. Punkt. Benjamin Franklin hat sie aufgestellt, Warren Buffet, Elon Musk oder Bill Gates machen es auch so: Sie investieren jeden Tag eine Stunde oder mehr in ihre Bildung, besser gesagt, sie lesen (oder lasen im Fall von Franklin) Bücher. 

Ja, ich lese auch. Aber nicht so viel, wie ich es eigentlich möchte. Der innere Affe findet Instagram und Twitter spannender.  

Das soll sich aber wieder ändern… Als Anstoss dazu, habe ich die besten Lektüren, die meiner Meinung nach für ein besseres Leben sorgen (können), hier zusammengetragen: 

Die meisten der nachfolgenden Bücher kannst du bei Audible auch hörten, beim Auto- oder Zug fahren, beim Kochen oder putzen:

Persönlichkeit und so: 

Die subtile Kunst des Daraufscheissens* von Mark Manson

Ein Selbstoptimierungsbuch, das dich nicht optimieren will. Finde dich damit ab, nicht perfekt zu sein, nein versuch es gar nicht erst. Manson will aber nicht, dass du auf alles scheisst. Sondern er hilft dabei herauszufinden, wo es sich lohnt seine Energie einzusetzen und wo nicht. In Zeiten von Influencern und all den ach so tollen Erlebnissen, die dir dein Instafeed an den Kopf wirft, findet das Buch einen Weg zu zeigen, was es braucht, um ein glückliches und zufriedenes Leben mit dem zu führen, das man hat. Ein Weg zu der Frage, was man eigentlich will. Eine Hilfestellung um Ballast abzuwerfen.  

Das Kind in dir muss Heimat finden* von Stefanie Stahl 

Dieses Buch… naja, wie soll ich sagen… es wurde mir von einem Paartherapeuten empfohlen. Heck, i am far away from perfect… Also war ich halt auch schon mal bei eben genanntem Therapeuten. Aber lassen wir das… 

Stefanie Stahl zeigt auf eindrückliche, bildhafte Art, dass wir zwar ein Produkt unserer Kindheit sind, aber dass es Wege und Strategien gibt, mit unseren Urängsten und Automatismen umzugehen. Ja, sie sprich von Schatten- und Sonnenkindern, davon mit eben diesen Frieden zu schliessen. Das ist auf den ersten Blick vielleicht etwas seltsam, oder wirkt esoterisch… Aber wer sich darauf einlässt, findet in diesem Buch Antworten und Lösungen auf viele Probleme oder Schwierigkeiten und Wege aus den Löchern, in denen jeder von uns schon einmal war. 

Schnelles Denken, langsames Denken* von Daniel Kahneman

Wissenschaft war nie einfacher zu lesen. Jedes Kapitel handelt von einem Forschungsergebnis, aber das Buch ist leicht zu lesen und frei von Wissenschaftsjargon. Von Selbstüberschätzung, Gedankenexperimenten, der Unterschätzung des Zufalls und noch viel mehr. Ein Werk, das hilft, die eigenen Denkfehler aufzudecken, sich selbst nicht zu wichtig nehmen, aber auch sich vor (unbewussten) Fehlern anderer zu schützen. 

Bücher lesen

Arbeit, Produktivität und Geld

Die 4-Stunden Woche* von Timothy Ferriss

Wenn du sowieso schon hier gelandet bist, könnte die 4-Stunden Woche genau für dich sein.  Die 4-Stunden Woche ist so etwas wie ein grober Fluchtplan aus dem Hamsterrad. Nein, nicht alles, was Ferris beschreibt ist einfach kopierbar und er bleibt oft vage. Auch arbeitet er selber 60 Stunden pro Woche (wie er selbst sagt). Aber die 4-Stunden Woche kann den Samen pflanzen, der den Antrieb dazu gibt unser Leben und wie wir unsere Arbeit leisten zu hinterfragen und zeigt Möglichkeiten auf, etwas zu verändern.  

Das 80/20 Prinzip* von Richard Koch

Mehr Erfolg mit weniger Aufwand, lautet das Versprechen. Ja, das Pareto-Prinzip ist schon lange kein Geheimnis mehr. Aber wissen, dass zwanzig Prozent Input für achtzig Prozent Output verantwortlich sind und die restlichen achtzig Prozent Input vielleicht verschwendete Energie sind, ist das eine. Richard Koch zeigt aber spezifische Anwendungen in Beruf, Selbständigkeit, Freizeit und Familie. Nein, auch hier bekommen wir keine fertige Managementstrategie. Dafür aber Hilfestellung zumindest einzelne Bereiche unseres Lebens zu vereinfachen, unsere Energie am richtigen Ort einzusetzen und sie nicht zu verschwenden. 

Der reichste Mann von Babylon* von George S. Clason

„‚Der reichste Mann von Babylon‘ bringt die Geheimnisse des Aufbaus von Wohlstand auf den Punkt – kein anderes Buch über Finanzen hat soviel bewegt!“  – Bodo Schäfer

Clason bringt unterhaltsam, aber doch zum Nachdenken anregend, die Grundsätze des finanziellen Erfolgs auf Papier. Die Blütezeit Babylons liegt über 8000 Jahre zurück. Aber die elf Parabeln des Buches haben nicht an Wahrheit verloren. Es zeigt spannend die finanziellen Grundsätze, die wir alle verstehen sollten, auf. 

Rich Dad, Poor Dad* von Robert Kiyosaki

Zwei Vaterfiguren, zwei unterschiedliche Wege, mit Geld umzugehen. Der Eine verdient gut, ist gut ausgebildet, aber mit Geld, da kann er nicht besonders gut. Der Andere kommt aus einfachen Verhältnissen, ohne gute Bildung. Aber Letzterer verfügt über einen gesunden Umgang mit Finanzen und hilft dem Protagonisten, das richtige Mindset im Umgang mit Geld zu finden. Den Weg 1:1 umzusetzen, wird in der Schweiz oder im deutschsprachigen Raum so nicht klappen, da Immobilien hier teurer sind und viel mehr Eigenkapital mitgebracht werden muss. Aber wer die Message des Buches versteht, für den wird der Weg zur finanziellen Freiheit verständlicher. Ein Buch, das in der Schule neben Kant und Kafka auch behandelt werden sollte. 

Der Weg zu finanziellen Freiheit* von Bodo Schäfer

Und gleich noch einmal in die gleiche Kerbe. Aber noch ein wenig extremer. Sieben Jahre Verzicht und harte Arbeit. Dafür ist man nachher Millionär. Und kann, wenn man es schlau macht, von den passiven Erträgen des angehäuften Gelds leben. Einfach verständlicher Finanzunterricht, von einem, über den jeder Finanzblogger oder -youtuber schon einmal berichtet hat. Die 300 Seiten werden wohl nicht deine ganze Einstellung von Heute auf Morgen ändern – sollen sie vielleicht auch gar nicht. Aber das eine oder andere wird hängen bleiben, versprochen. 

Sonst so: 

1000 Places to see before you die* von Patricia Schultz

Fast 1200 Seiten Fernweh, Inspiration und Futter für Gedankenreisen. Nein, kein Reiseführer, eher ein Standardwerk für Menschen, die die Welt sehen wollen. 

Die Welt ist ein Buch – wer immer zuhause bleibt, sieht nur eine Seite davon. 

Patrizia Schulz hilft dabei, zumindest einen Eindruck all der anderen Seiten dieses Buches zu bekommen. 

Eine kurze Geschichte der Zeit* von Stephen Hawking

Der bekannteste und vielleicht einflussreichste Physiker unserer Zeit versucht in diesem Buch den Weg vom Urknall bis heute zu beschreiben. Und es klappt erstaunlich gut. Bis auf eine Ausnahme verzichtet Hawkin auf mathematische Herleitungen oder ähnliches, sondern erklärt, wie die Welt und der Mensch entstanden sind. 

Eine kurze Geschichte der Menschheit* von Yuval Noah Harari

Wie der Mensch wurde, wo er ist. Harari fängt da an, wo Hawking aufhört. Aber er geht das nicht einfach nur historisch an – obwohl er Geschichtsprofessor ist – sondern erklärt, dass Geld nur funktioniert, weil wir daran glauben. Wie soziale Strukturen entstehen, welche Wechselwirkungen Religionen und Kulturen zueinander haben. Die kurzweiligste, lehrreichste Geschichtsstunde. Auch für die, die mit Geschichte nicht viel anfangen können. Wenn ich nur ein einziges Buch empfehlen dürfte, es wäre eine kurze Geschichte der Menschheit!

Wissen ist Macht. Und lesen bildet. Fast alle erfolgreichen Menschen lesen überdurchschnittlich viel. Vielleicht ist das eine Scheinkorrelation – aber das würde mich erstaunen. Es fördert die Auffassungsgabe, bietet Gesprächsstoff und lässt einem die Sicht auf die Dinge aus anderen Blickwinkeln sehen. Aus Blickwinkeln von Menschen, die ihr Fach beherrschen. 

Wenn Lesen nicht so deins ist, findest du alle Bücher auch bei Audible: 

Welche Bücher fehlen? Hinterlasse mir einen Kommentar und empfiehl mir dein musst du gelesen haben-Buch! 

Prokrastination. Oder: wie ich den Affen ruhigstelle

Prokrastination. Oder: wie ich den Affen ruhigstelle

Es gibt wenige Dinge, die ich so gut kann wie prokrastinieren, darin bin ich unglaublich gut. So lange ich mich erinnern kann, erledige ich alles, was nicht ultimativ Spass macht, nach dem parkinsonschen Gesetz. Dieses besagt, dass sich Arbeit genau in dem Maße ausdehnt, wie Zeit für die Erledigung zur Verfügung steht – und nicht in dem Masse, wie komplex die Aufgabe tatsächlich ist. Also mache ich alles auf den letzten Drücker. Dann aber, geht meine Effizienz durch die Decke. 

Das hat bisher (mit einigen, kleineren Ausnahmen), gut funktioniert. Aber es löst jedes Mal Stress aus. Ich habe ein schlechtes Gewissen, stört meine Nachtruhe. Es sitz wie ein kleiner, musikalisch völlig unbegabter Affe mit einer Trompete in meinem Hinterkopf. Aber statt das zu machen was ich sollte, weil es gerade unüberwindbar gross scheint, werfe ich ihm etwas anderes zum Frass vor, damit er still ist. Youtube, Wikipedia-Bingo oder Staubsaugen. Aber ganz bestimmt nicht das, was ich eigentlich unbedingt abschliessen sollte. 

Nebst dem, dass es unangenehm ist, zu wissen dass man sollte, aber nicht tut, ist es auch gefährlich. Es hat schon Studenten den Abschluss gekostet, Angestellten ihren Job und Ehen beendet. Irgendwann kommt der Punkt, wo das Gesetz von Parkinson nicht ganz aufgeht und man eine wichtige, nicht nachholbare Frist verpasst. 

Aber niemand kann „the mind of a procrastinator“ so gut erklären wie TIm Urban: 

Inside the mind of procrastinator -TIm Urban

Das Problem Prokrastination ist definiert. Und nun? 

Es gibt unzählige Techniken, die helfen sollen. Ein paar wende ich an, das klappt meist ganz gut. Sie befriedigen den Affen in meinem Kopf. Ja, manchmal fühle ich mich etwas dumm dabei, dass ich mich selber überlisten muss um vorwärts zu kommen. Aber gerade bei Dingen, die keine Deadline haben, brauche ich Strategien, sonst erledige ich sie nie. 

Hier erst mal die Dinge, die ich anwende, und die für mich funktionieren: 

Die Pomodoro-Technik

Benannt nach der Eieruhr, die aussieht wie eine Tomate. 

Du arbeitest 25 Minuten am Stück durch. Dabei stelle ich mir einen Timer. Nach 25 Minuten mache ich 5 Minuten Pause. Das mache ich 4 mal, also zwei Stunden lang – danach folgt eine längere Pause von 25 Minuten. Das hat gleich mehrere Vorteile: 

  •  Ich nutze wieder das parkinsonsche Gesetz, das mir sonst ja eher im Weg steht. Ich will meine Aufgabe, an der ich sitze, dann nämlich in 25 Minuten abschliessen, bevor der Timer klingelt. 
  • Ich mache sehr bewusst Pausen. Das fördert wiederum die Produktivität. 
  • Ich lasse mich viel weniger ablenken. Ich habe ja nur 25 Minuten Zeit. Die Deadline ist gesetzt, der Affe ruhig. Er sagt nicht: „Oh, dein Handy liegt da, nimm es.“ Nein, er weiss, in spätestens 25 Minuten wird er wieder befriedigt. So lang kann er sich gedulden.  

Nun, die Pomodoro-Technik ist, aus meiner Sicht, perfekt für Studenten. Lernphasen, Arbeiten, etc. lassen sich damit perfekt abarbeiten. Im Büroalltag ist das manchmal schwierig. Sie den ganzen Tag zu nutzen ist nicht möglich. Aber ich plane alle paar Tage eine fixe Session (sprich 2 Stunden oder 4 Runden), inklusive Blocker in meinem Kalender, AirPods in den Ohren und umgeleitetem Telefon. Dabei erledige ich die Fleissarbeiten, die sich seit der letzten Session angesammelt haben.  Wenn mich jemand unterbricht, sage ich ihm: hey, ich melde mich in 2 Stunden bei dir – klappt fast immer. 

To-Do-Listen. Mit Deadlines! 

Ich führe Listen. Ja, ganz altmodisch. Aber natürlich digital. Todoist* ist mein ständiger Begleiter. Nebst meiner Prokrastination bin ich nämlich auch noch vergesslich. Und: es ist einfach befreiend, sich nichts merken zu müssen. Habe ich es einmal aufgeschrieben, fühlt sich das an, als hätte ich den Müll raus gebracht. 

Alles was 5 Minuten oder weniger dauert, mache ich sofort. (naja, ausser ich finde es unnötig, dann mache ich es vielleicht auch einfach nicht. Aber zur Eisenhower-Matrix und zu Pareto komme ich ein andermal)  

Alles was länger als fünf Minuten dauert, kommt auf meine Liste. Todoist kann beispielsweise aus Mails Aufgaben machen. Ich habe es auf dem Handy als App, in Outlook als Plug-In und auf dem Desktop für die Übersicht in gross. Also: ich werfe alle Aufgaben in den Eingang von Todoist. Am Abend, bevor ich nach Hause gehe (oder sofort, wenn der Endtermin klar ist), terminiere ich meine Aufgaben. So weiss ich am Morgen, wenn ich im Büro bin: das steht heute also an. 

To Do Liste

Die Deadlines müssen im Übrigen auch nicht stimmen. Wenn ich am Freitag abgeben muss, den Termin aber auf Mittwoch Abend setzte und sage: am Mittwoch muss(!) ich fertig sein, klappt das ganz gut. Sich selbst belügen klappt relativ gut. 

Weiter hat die App noch mehr gegen das Aufschieben zu bieten: du kannst einstellen, wie viele Aufgaben du pro Tag / Woche mindestens erledigen willst, und zeigt dir deinen Fortschritt an. Es motiviert ungemein zu sehen: oh, noch zwei Aufgaben aus meinen Tasks, dann habe ich es geschafft. Da mache ich manchmal Sachen, die ich eigentlich erst an nächsten Tag erledigen wollte. 

Wenn du willst, kannst du hier gratis zwei Monate Todoist Premium ausprobieren*. Die App ist aber schon in der Gratisversion unschlagbar gut. 

Eat that frog first

Zuoberst auf der erstellten Liste steht übrigens immer die unangenehmste Aufgabe. Warum? Sie ist das erste, was ich an nächsten Tag erledige. Bevor ich meine Emails beantworte oder die neusten Marketingblättchen durchblättere. Manche sagen, dass das so toll sein, weil man am Morgen noch viel Energie hat. Kann sein, merke ich nicht. Bei mir ist es eher so, dass ich dann schon mitten drin stecke, bevor mein verschlafener Affe im Kopf gemerkt hat, was da genau vor sich geht. 

Und ich bin dann auch ein wenig stolz, dass ich diese Aufgabe jetzt geschafft habe. Alles andere geht dann leichter, ich habe ja schon bewiesen dass ich auch die unangenehmen Ding erledigen kann. 

Darüber (und noch über viel mehr zum Thema Zeitmanagement) gibt es ein gutes Buch: 
Eat that frog, von Brian Tracy*

Und hier noch obendrauf: Elf Bücher die dich weiterbringen

Nein, dass alles klappt nicht immer

Aber es hilft, dass ich keine Nachtschichten einlegen muss. Es hilft, dass ich nicht um meinen Job bangen muss und unterstützt mich dabei, meine Rechnungen nicht nur auf dem Stapel liegen zu lassen, sondern pünktlich zu bezahlen. 

Ist mein System perfekt? Nein. Ich habe noch Raum mich und mein Zeitmanagement zu verbessern. Mal viel und mal sehr viel. Wenn ich etwas nütliches finde, etwas das den Affen sediert – ich melde mich. 

Und dein Affe so?