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Vor der COVID-Pandemie war Homeoffice für viele so etwas wie ein Privileg. Nur wenige Jobs haben dieses Konzept erlaubt. Nun ist es für viele von uns zum Alltag geworden. Nicht länger ist es immer nur freiwillig und stellt uns auch vor Herausforderungen, die wir so nicht gewohnt sind. Aber wie arbeitest du von zuhause produktiv? Wie bringst du im Homeoffice die gleiche Leistung – oder sogar eine bessere Leistung – als in deinem gewohnten Büro?

Homeoffice – Die Vor und Nachteile

Die Vorteile des Homeoffice

  • Zeitersparnis
    Der Arbeitsweg ist wahnsinnig kurz. Kein Stau, keine Züge und Busse die vollgestopft und zu spät sind. Kein durch den Regen rennen oder im Sommer verschwitzt im Büro ankommen. Keine nervige Suche nach einem Parkplatz. Dein neuer Arbeitsweg ins Homeoffice ist wohl unter 10 Meter lang. Der durchschnittliche Arbeitnehmer spart sich etwa eine Stunde pro Tag, wenn er vom Küchentisch ins Büro nur wenige Meter Weg zurücklegen muss.
  • Flexibilität
    Ein Friseurbesuch um 11.30, das Kind am Mittag von der Kita abholen, die Pakete entgegennehmen oder das Abendessen schon um 15 Uhr ansetzten – im Homeoffice kein Problem. Ja, du solltest deine Kollegen oder den Chef ins Bild setzten, wann du an deinem Homeoffice-Arbeitsplatz erreichbar bist, aber die Koordination von diesen Dingen ist zuhause viel einfacher und schneller zu erreichen.
  • Work-Life Balance
    Die Kinder zuhause betreuen, den Hund nicht alleine lassen müssen und all die Punkte, die ich bereits unter Punkt 2 erwähnt habe lassen die Koordination von Beruf und Freizeit viel einfacher werden. Aber Achtung: die „Balance“ im Wort ist nicht zu unterschätzen, das „Life“ und die „Work“ sollte in Balance bleiben.
  • weniger Ablenkung
    Keine klingelnde Telefone der Kollegen, niemand, der dir während der Arbeit auf die Schulter tippt und dich aus der Konzentration reisst und niemand der zu unpassenden Zeiten unpassende Witze reisst. Also mehr Zeit, effizient zu arbeiten.
  • tiefere Kosten
    Selber Kochen ist sicherlich günstiger als das tägliche Essen in der Kantine oder in der Stadt. Keine Fahrkosten, weniger Abnutzung am Auto. Die Hemden müssen nicht in die Reinigung und der selbst gebrühte Kaffe ist sicherlich auch günstiger als der Kaffee aus der Büro-Maschine. Du kannst also ordentlich sparen, wenn du es richtig machst, Für die Einrichtung deines Homeoffice musst du aber vielleicht mit deinem Arbeitgeber eine Abmachung treffen, das kann sonst teuer werden.

Die Nachteile des Homeoffice

  • weniger soziale Kontakte
    Wer den täglichen Austausch im Flur schätzt, den kurzen Schwatz an der Kaffeemaschine oder das einfach Abwickeln von Fragen über den Bildschirm, dem wird zuhause etwas fehlen. Es wird nicht empfohlen, die gesamte Zeit nur im Homeoffice zu verbringen, damit Teams weiter voll funktionsfähig sind und wir nicht vereinsamen.
  • andere Quellen der Ablenkung
    Ja – ich habe oben von mehr Konzentration gesprochen. Aber die Kinder, das Klingeln des Postboten, und all die Möglichkeiten die man zuhause hat, bieten neue Quellen der Ablenkung, die es zu organisieren gilt. Aber dazu später mehr.
  • fehlende Motivation
    Zuhause haben wir normalerweise weniger Druck, weil die soziale Kontrolle weniger stark ist, als das im Büro der Fall wäre. Es scheint, als hättest du für deine Aufgaben ewig Zeit. Aber dann einfach länger zu arbeiten ist kontraproduktiv. Und auch wenn es niemand sieht: zieh dich wenigstens ordentlich an, damit du dich auf den „Work-Mode“ einstellen kannst.
  • Vorurteile
    So lange nicht alle Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, kann es so wirken, als würden die zuhause weniger arbeiten, als die im Büro – einfach weil man sie nicht sieht. Helfen können hier klare Ziele, Aufgaben und für den Vorgesetzten einsehbare Pendenzenlisten, damit die geleistete Arbeit sichtbar wird. Sonst besteht die Gefahr mehr zu arbeiten, da man nicht faul wirken will.
  • Vermischung von Beruf und Freizeit
    Die Unterlagen liegen auf dem Bett, abends um sieben kommen noch Anrufe von Kunden und auch beim gemütlichen Fernsehabend kreisen die Gedanken noch um den Job? Wer im privaten Umfeld arbeitet, läuft Gefahr, keine klaren Grenzen zu ziehen – weder anderen noch sich selbst gegenüber. Auch und gerade die, die von zuhause arbeiten, brauchen einen klaren Arbeitsschluss und einen fixen Platz wo die Arbeit stattfindet.

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11 Tipps um im Homeoffice produktiv zu sein

Nun kennen wir die Vor- und Nachteile des Homeoffice. Und wenn du selber schon Erfahrungen mit dem Arbeiten von Zuhause gesammelt hast, bist du dem einen oder anderen davon sicherlich bereits begegnet. Darin enthalten waren auch bereits einige Dinge, die es zu beachten gilt, wenn du zuhause effizient arbeiten willst. Hier aber noch im Detail, die wichtigsten 10 Tippst, die die das Leben im Homeoffice einfacher gestalten.

Schmeiss das Smartphone aus dem Zimmer

Nichts ist so verlockend, wie der kleine Kasten, der alles kann. Aber wenn du nach 4 Stunden Arbeit im Flow merkst, dass du überhaupt nichts verpasst hast und erst noch produktiver warst als sonst ist das ein richtig tolles Erlebnis. Auch wenn wir alle glauben, dass wir Multitasking beherrschen – das ist ein Irrglaube. Unser Gehirn kann immer nur etwas auf einmal. Setz dich hin und mach was du machen sollst. Das Smartphone rennt nicht weg, versprochen.

Zieh dich so an wie im Büro

Du musst vielleicht nicht in Anzug und Krawatte im Homeoffice sitzen. Aber eben auch nicht im Pyjama. Das bewusste Umziehen versetzt dich in den Arbeitsmodus. Und Abends hilft der Garderobenwechsel beim Abschalten. Die Arbeitskleidung kommt weg, du hast Feierabend.

Schaff Abstand zur Freizeit

Ja, der Reiz zu putzen, kochen, abzuwaschen oder sogar private Dinge zu erledigen ist gross. Das ist eine Art der Verdrängung, die die meisten von uns tief in sich tragen. Oder hattest du beim Lernen für die Schule oder Uni nie das dringende Bedürfnis den Staubsauger zu schwingen? Meine Bude war nie so sauber wie während den Prüfungszeiten im Studium.

Es spricht nichts dagegen, das Abendessen schon am Nachmittag anzusetzen. Aber das solltest du während einer deiner geplanten Pausen machen. Du betrügst sonst nicht nur dich, sondern auch deinen Arbeitgeber.

Plane Pausen und mache sie

Pausen sind zuhause fast noch wichtiger als im Büro – weil die soziale Komponente fehlt. Wenn du alleine zuhause bist kommt niemand und fragt, ob du kurz einen Kaffee trinken willst. Auch Mittags steht wohl niemand auf der Matte und will mit dir zum Inder um die Ecke oder in die Kantine.

Darum solltest du dir schon vorher überlegen, wann und wie lange du Pause machen willst. Zu Beginn lohnt es sich vielleicht einen Timer zu stellen, damit du einmal in der Stunde aufstehst und kurz Pause machst. Einen interessanten Beitrag zu Pausen und der Steigerung der Konzentration findest du zum Beispiel hier im Selbst-Management Blog von Thomas.

Plane deine Zeit in Blöcke

Wenn du ins Büro gehst, bist du wahrscheinlich immer etwa zur gleichen Zeit dort, gehst immer etw zur gleichen Zeit in die Mittagspause und arbeitest wohl immer etwa gleich lang. Warum sollte das zuhause anders sein? Weiter mein Tipp: trage dir die Zeiten gleich in den Kalender ein, damit auch deine Arbeitskollegen wissen, wann sie dich erreichen können und wann nicht. Versuch dich an den Plan zu halten, sonst kommt plötzlich Ferienstimmung auf, das wäre kontraproduktiv.

Richte dir einen richtigen Arbeitsplatz ein

Ein ordentlicher Bürostuhl*, ein höhenverstellbarer Schreibtisch*, eine ordentliche Lampe*. Die Suva bietet hierzu Tipps und Tricks, wie so ein Arbeitsplatz passend eingerichtet ist. Ein ergonomischer Arbeitsplatz macht dich effizienter, produktiver und hilft, im Homeoffice langfristig gesund zu bleiben.

Setze Regeln, auch für dein Umfeld

Gerade wenn du nicht alleine lebst, ist es enorm hilfreich, Regeln zu setzen. Wenn du für dein Büro zuhause einen Raum mit Türe frei machen kannst – perfekt. Wenn die Türe zu ist, bist du bei der Arbeit. Das solltest du aber auch kommunizieren, gerade wenn du Kinder hast. Wenn du keinen solchen Raum einrichten kannst, bastle dir ein „Bitte nicht stören“ Schild. Das hilft aber auch dir, feste Blöcke einzuhalten.

Homeoffice mit Kindern
Homeoffice mit Kindern

Nutze Tools

Noch viel mehr als im Büro ist es wichtig, alles Aufgaben im Blick zu behalten. Ich nutze als Todo-Liste und Planungstool Todoist* – und es macht genau was es soll, über alle Plattformen.

RescueTime* – die erste Hilfe für produktives Arbeiten.

Falls dein Arbeitgeber nicht bereits Kollaborations-Tools zur Verfügung stellt, hier einige Tools die dich dabei unterstützen:

  • Slack
  • Microsoft Teams
  • Hangout

Vergiss nicht zu kommunizieren

Ja, den ganzen Tag alleine zu arbeiten kann einem – je nach Persönlichkeit – fast wahnsinnig machen. Versuche Sitzungen nicht durch Mails, sondern Videokonferenzen zu ersetzen. Dinge, für die du vorher deinen Pultnachbar persönlich gefragt hast, solltest du vielleicht telefonisch besprechen.

Geh auch mal raus

Der fehlende Arbeitsweg, die Mittagspause zuhause, weniger Bewegung im Büro, das alles ist zwar bequem und vielleicht auch günstiger. Aber sicher nicht gesund. Ersetze die halbe Stunde Arbeitsweg am Morgen mit einer kurzen Joggingrunde, geh Mittags kurz mal raus. Sport macht dich nämlich erfolgreicher.

Nutze meine Tipps um den inneren Affen (oder Schweinehund) an die Leine zu nehmen

Fazit

Sei dir bewusst, dass du zuhause nicht 8 Stunden am Stück produktiv sein wirst, du bist das auch im Büro nicht – versprochen. es geht nicht um die Zeit, sondern um das Ergebnis. und die Chancen zuhause stehen höher, dass du in den Flow kommst. Aber dafür musst du dich organisieren, einrichten und auch mal streng mit dir und deinem Umfeld sein.

Mit etwas Disziplin und Organisation bevor du anfängst, kann das Homeoffice deine Arbeit aber auch besser machen. Effizienter. Und vielleicht sogar bessere Resultate in kürzerer Zeit.

Was sind deine Erfahrungen und TIpps für das Arbeiten von Zuhause?