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Frugalismus – die Kunst des bescheidenen Lebens. Oder: wie gehe ich mit 40 (oder gerne auch vorher) in Rente? Frugal, aus dem Englischen bedeutet einfach nur „bescheiden“ oder „einfach“. Daraus hat sich in den letzten Jahren, zusammen mit dem Minimalismus eine ganze Bewegung von jungen und junggebliebenen Menschen gebildet, deren Ziel es ist, sich mit 30 oder 40 in Rente zu begeben. 

Diese Idee ist aber nicht neu. In den USA gibt es schon seit einigen Jahrzehnten die sogenannte FIRE-Bewegung, die genau dieses Lebensmodell verfolgt. Die Abkürzung FIRE steht für Financial Independence, Retire Early – auf Deutsch: Finanzielle Unabhängigkeit, früher Ruhestand.

Es bedeutet aber nicht, auf alles Glück zu verzichten, ganz im Gegenteil. Der Verzicht schafft Platz für andere schöne Dinge im Leben. 

Frugalismus vs. Minimalismus 

Im Mittelpunkt des Minimalismus steht das Entschlacken des Lebens – sei es materiell oder sozial. Es wird einfach auf das verzichtet, was einem nicht vorwärts bringt. Die Frugalisten auf der anderen Seite stellen den Vermögensaufbau und die Reduktion der Lebenshaltungskosten in den Vordergrund. Je weniger du ausgibt, desto früher kannst du dich von deinem Job verabschieden. Das Ziel eines „richtigen“ Frugalisten ist die finanzielle Freiheit. Die eines Minimalisten das ablenkungsfreie, glückliche Leben. 

Was braucht es zur finanziellen Unabhängigkeit? 

Um finanziell unabhängig zu sein, benötig man in etwas das 25-fache seiner jährlichen Ausgaben – so die Theorie. Komme ich mit 2000.- im Monat aus, brauche ich also etwa 600’000.-. Je weniger ich also zum Leben brauche, desto mehr kann ich jeden Monat zurück legen – und andererseits muss ich weniger ansparen um mein Ziel zu erreichen. 

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Wichtiger als das Einkommen ist also die Sparquote – wie viel meines Einkommens ich jeden Monat zur Seite legen kann. 

Ein passives Einkommen wie Erträge aus Finanzprodukten oder Dinge wie Stockfotografie oder das sogenannte „T-Shirt Business“ sind nur einige Ansätze. Auch Dinge wie eine gut strukturierte Vorsorge fürs Alter verkürzen den Weg zum Ziel. 

positive Nebeneffekte 

So bedacht und überlegt zu Leben ist sicherlich anstrengend. Die Entschlackung die dafür notwendig ist, hat aber aus ihre positiven Seiten. Du merkst, wie schön die kostenlosen Dinge im Leben sind. Freunde & Familie, die Natur, selber zu kochen. Aber auch wie viel einfacher und leichter das Leben wird, wenn du nicht immer dem neusten und tollsten hinterher jagst, sondern lernst, dich mit dem zu begnügen was du schon hast. 

Gute soziale Beziehungen, eine erfüllende Tätigkeit, Lachen, Gesundheit, Sport, lebenslanges Lernen. Alles Dinge, die nicht viel Geld kosten müssen. 

Bücher zum Thema

Wenn du dich eingehender damit beschäftigen willst, hier einige Empfehlungen: 

Der reichste Mann von Babylon* von George S. Clason

Rich Dad, Poor Dad* von Robert Kiyosaki

Der Weg zu finanziellen Freiheit* von Bodo Schäfer