Die FIRE Bewegung – «Financial Independece, Retire Early», oder auf deutsch: Finanzielle Freiheit, früh in Rente gehen. Klingt doch nach einem Plan, früh in Rente zu gehen, oder?

Das Ziel der Anhänger der FIRE Bewegung ist, spätestens Mitte 40 genug auf der Seite zu haben, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Oder zumindest zu machen, was man will und nicht von einem Arbeitgeber abhängig zu sein. Anders leben als die Generation vor uns, oder die unserer Grosseltern. Sich nicht bis ins hohe Alter sich um seinen Job Sorgen zu machen.

Was braucht es, um früh in Rente zu gehen?

Im Zentrum der Diskussion um die FIRE Bewegung stehen die 4%-Regel und die Sparquote.

Die 4%-Regel

Die vier Prozent-Regel stammt aus einer Studie, der sogenannten Trinity Studie. Die besagt, dass man 4 % eines Portfolios, das 60 % in Aktien und 40 % in Anleihen investiert ist, pro Jahr abheben kann. Dann sollte das Geld 30 Jahre reichen.

Sie ist in der Szene aber umstritten – viele Anhänger der Bewegung orientieren sich an 3% pro Jahr. Oder: Statt jedes Jahr 4% deines Vermögens am Anfang zu beziehen, beziehst du immer nur 4% vom noch vorhandenen Vermögen – aber das rechne ich jetzt nicht für dich aus. MIt einer guten Anlagestrategie reicht dein Vermögen so endlos lange.

Daraus lässt sich dann schliessen, wie viel gespartes oder eben angelegtes Geld man benötigt, um sich zum Zeitpunkt x „zur Ruhe“ zu setzten. Bei 4% wären das 25x den Betrag, den du pro Jahr im Ruhestand benötigen. Bei 3% etwa 34x diese Summe.

Brauchst du also voraussichtlich maximal 50’000.- pro Jahr, benötigst du ein Vermögen von 1.25 Millionen Franken, Euro oder wovon auch immer du 50’000 pro Jahr brauchen willst.

Die Sparquote

Nun stellt sich aber die Frage, wie du an diesen Stock von Geld kommst? Das lässt sich mit der Sparquote beantworten. Die Sparquote ist der Teil deines Einkommens, den du anlegen oder eben sparen kannst. Im Schnitt sind das etwas 10% – bei den Anhängern der Financial Independece, Retire Early Bewegung sind eher 40% und mehr die Norm.

Und: je sparsamer du lebst, desto weniger brauchst du dann, um früher in Rente zu gehen. Verdienst du 100’000 im Jahr und brauchst 50’000, hast du eine Sparquote von 50% und musst (mit der 4% Regel) noch 25 Jahre arbeiten.

Ideen um mehr zu sparen findest du hier:

Brauchst du aber nur 40’000 pro Jahr, sinkt der Betrag, den du dir ansparen willst auf 1 Mio, und du erreichst diesen sogar früher, weil du mehr ansparen kannst – nämlich nach 16 Jahren.

Du siehst, darum sind die Anhänger der FIRE-Bewegung gleichzeitig Frugalisten. Je frugaler du lebst, desto mehr kannst du sparen, desto weniger brauchst du im Alter. Also bist du schneller am Ziel.

Und, je mehr du einnimmst, desto einfacher wird es. Also, suche dir zusätzliche Einkommensquellen.

Willst du nicht selber rechnen, dann findest du hier einen Rechner von moneyland.ch.

FIRE Bewegung sparen
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FIRE heisst sparen, aber nicht nur. Auch anlegen ist wichtig

Die FIRE Bewegung in der Schweiz

DIe Schweiz bietet dem FIRE-Movement einen guten, soliden Boden. Die Löhne sind hoch, gespart wurde hier schon immer mehr als anderswo. Mehr Einkommen = früher in Rente gehen. Dennoch wissen wir, dass unser Vorsorgesystem an seine Grenzen kommt – Überalterung sei Dank. Auf eigenen Beinen stehen zu können und zu wissen, dass man sich nur auf sich selber verlassen muss ist somit ein aktuelles Thema.

Einige tolle Vertreter aus der Schweiz folgen im nächsten Abschnitt.

FIRE Bewegung Blogs

Wie die meisten Bewegungen unserer Zeit, kommt auch FIRE aus den USA. Inzwischen hat sich aber auch im deutschsprachigen Raum eine Art Community gebildet. Hier einige der Blogs zum Thema die ich aktiv verfolge. Aber nach dem Lesen wieder hier hin zurück kommen, okay?

Mustachian Post

Ein (anonymer) Schweizer, der mit seiner Familie im französischsprachigen Teil der Schweiz lebt und in Deutsch, Englisch und Französisch über seine Erfahrungen, sein Vorgehen und die Tools dazu bloggt. Einer meiner absoluten Lieblings-Blogs. Will mit 40 finanziell frei sein – und scheint auf dem besten Weg dazu zu sein.

Bringt Anfang 2021 sogar ein Buch zum Thema – ich werde es hier mit Freude verlinken.

Thomas der Sparkojote

Frugalist, Minimalist, FIRE-Anhänger. Unternehmer, der schon ein grosses Stück auf seinem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit hinter sich hat. Und das mit noch nicht einmal Mitte 20ig… Blogger, YouTuber, Podcaster und Onlline-Shop Betreiber.

Manchmal etwas widersprüchlich, aber er legt seine Reise offen, was ich sehr spannend finde.

Update 22.12.2020: Thomas sagt auf Nachfrage, er sei kein Frugalist oder FIRE-Anhänger, das findet er alles scheisse. Das Ding beim Bloggen ist, dass der Leser entscheidet, wie er den Blogger wahrnimmt und nicht umgekehrt. Darum lasse ich den Text so stehen, füge aber dieses Update hinzu.

Frugalisten.de

Genau so stelle ich mir den Prototypen des FIRE-Menschen / Frugalisten vor. Alles zu eben diesen beiden Themen. Will auch mit 40 in Rente gehen.

The Frugal Gene

Eine Chinesin in den USA, die gemeinsam mit ihrem Partner 90(!)% Sparquote erreicht. Super sympathische Schreibweise, viele Bilder. Einfach gut zu lesen. Wenn du des Englisch mächtig bist, give it a try.

R.I.P – Retire in Progress

Und gleich noch ein Vertreter der Schweiz, diesmal in englisch. Erzählt unterhaltsam über seinen Weg zur finanziellen Freiheit. Nach eigenen Angaben ist er, je nach Perspektive, eigentlich schon finanziell frei. Aber eben auch irgendwie noch nicht. Aber er scheint auf gutem Weg. Und bringt mich gelegentlich zum Lachen.

Und ich?

Nein, ich bin nicht finanziell frei. Und auch kein richtiger Anhänger der Bewegung. Aber: ich finde viele der Ansätze sehr interessant. Ich bin der Meinung, dass die Investition von Geld in Wissen und Weiterkommen, Bildung und Werkzeuge (Blogs, Unternehmen, und so) mich eines Tages dahin bringt, dass ich von selbst finanziell unabhängig bin. Die Voraussetzung ist aber, dass ich meinen Lebensstil nicht mit steigendem Einkommen nach oben anpasse.

Dazu kommt, dass ich von Frugalisten, FIRE-Anhängern und Minimalisten all das mitzunehmen versuche, was mein Leben entrümpelt und vereinfacht. Dazu will ich kein Geld ausgeben dass ich nicht ausgeben muss oder ganz bewusst will, also folge ich den Sparkniffen der Frugalisten.

Ich liebe das Abenteuer, das kostet Geld. Mein Ziel ist es, mein Pensum so reduzieren zu können, dass ich all meinen Träumen nachgehen kann. Und mir diese auch leisten kann. Ich will selber entscheiden wie und wo ich mein Geld verdiene. Also folge ich, zumindest teilweise, den Regeln der FIRE Bewegung, damit ich dieses Ziel erreiche.

Und du, schon on-FIRE? Erzähl mir darüber in den Kommentaren.

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